So spielst du Service Rat
Service Rat ist ein kostenloses Social-Deduction-Spiel für 5–10 Spieler, angesiedelt in einer Katzenstadt: Die Katzen wollen sie in ehrlichen Händen halten, während Rattenknechte sie heimlich der Rattenbande ausliefern. Eine typische Partie dauert 20–45 Minuten. Hier ist die komplette Anleitung: Setup, die fünf Phasen einer Runde, die Bürgermeisterrechte, Siegbedingungen und kurze Strategie-Notizen pro Rolle.
Du kennst das Kartenspiel? Lies die Regeln des originalen Secret Hitler, erklärt. Service Rat nutzt denselben Wahl-und-Gesetz-Kern, nur im Gewand einer Katzenstadt, alles unten wird dir also vertraut vorkommen.
Setup
Zu Beginn jeder Partie erhält jeder Spieler heimlich eine Rolle:
- Katzen: die Mehrheit. Sie wissen nicht, wer wer ist.
- Rattenknechte: eine versteckte Minderheit. Sie kennen einander und wissen, wer die Ratte ist.
- Die Dienstratte: ein Spieler, verbündet mit den Rattenknechten. Ihren Rattenknecht-Verbündeten kennt die Ratte aber nur in Partien mit 5–6 Spielern; ab 7 Spielern kennt sie niemanden.
Die Rollenverteilung skaliert mit der Spielerzahl (wie die Spielerzahl das Spiel verändert →):
- 5 Spieler: 3 Katzen, 1 Rattenknecht, 1 Ratte
- 6: 4 Katzen, 1 Rattenknecht, 1 Ratte
- 7: 4 Katzen, 2 Rattenknechte, 1 Ratte
- 8: 5 Katzen, 2 Rattenknechte, 1 Ratte
- 9: 5 Katzen, 3 Rattenknechte, 1 Ratte
- 10: 6 Katzen, 3 Rattenknechte, 1 Ratte
Der Gesetzesstapel enthält 17 Karten: 6 Katzengesetze und 11 Rattengesetze. Der Stapel ist bewusst zugunsten der Ratten gemischt, die Katzen können nicht einfach abwarten. KI-Bots füllen jeden freien Platz in jedem Modus (Pass & Play, LAN, Online).
Die fünf Phasen einer Runde
Jede Runde durchläuft fünf Phasen:
1 · Nominierung
Der amtierende Bürgermeister schlägt einen Kandidaten für das Amt des Rattenfängers vor. Spieler, die in der letzten Runde Bürgermeister oder Rattenfänger waren, sind gesperrt und nicht wählbar (genaue Formulierung und die Ausnahme bei kleinen Tischen siehe Abschnitt „Amtsbeschränkung“ unten).
2 · Die Wahl
Alle Spieler stimmen mit MIAU! oder FAUCH! über das nominierte Paar ab. Eine Mehrheit ist zur Bestätigung nötig, Gleichstand zählt als Ablehnung. Drei gescheiterte Wahlen in Folge lösen das Katerkonzert aus: Das oberste Gesetz vom Stapel wird automatisch verabschiedet, und der Unruhe-Zähler wird auf null zurückgesetzt.
3 · Der Bürgermeister zerreißt
Der Bürgermeister zieht die obersten 3 Gesetze, legt 1 heimlich ab und reicht die verbleibenden 2 an den Rattenfänger weiter. Der Bürgermeister darf über das abgelegte Gesetz lügen.
4 · Der Rattenfänger unterschreibt
Der Rattenfänger unterschreibt 1 der 2 Gesetze. Das andere wird zerrissen. Das unterschriebene Gesetz landet auf der entsprechenden Spur (Katzengesetz oder Rattengesetz), öffentlich für alle sichtbar.
5 · Bürgermeisterrecht (falls freigeschaltet)
Bestimmte Rattengesetz-Meilensteine geben dem Bürgermeister ein einmaliges Recht, das direkt nach dem Unterschreiben ausgelöst wird. Welches Recht das ist, hängt von der Spielerzahl und der Anzahl der bereits unterschriebenen Rattengesetze ab, siehe nächster Abschnitt.
Amtsbeschränkung (Sperre für den vorherigen Stadtrat)
Das ist die umstrittenste Regel an jedem Tisch, daher hier in einem zitierfähigen Satz: Der vorherige Bürgermeister und der vorherige Rattenfänger können nicht als Rattenfänger nominiert werden. Eine Ausnahme: Sind 5 oder weniger Spieler am Leben, ist nur der vorherige Rattenfänger gesperrt, der vorherige Bürgermeister wird wieder wählbar. Die Sperre betrifft ausschließlich die Nominierung zum Rattenfänger; niemand wird je daran gehindert, Bürgermeister zu werden, da dieses Amt automatisch rotiert (oder per Blitzwahl vergeben wird).
Bürgermeisterrechte
Rechte schalten sich frei, sobald sich Rattengesetze ansammeln, und die Schwellen hängen von der Spielerzahl ab. Bei 5–6 Spielern ist das erste Recht „In den Stapel spähen“ beim dritten Rattengesetz; bei 9–10 Spielern feuert Schnüffeln schon beim allerersten. Jeder Tisch erreicht den Rauswurf beim vierten Rattengesetz. Jedes Recht im Detail →
- Schnüffeln: der Bürgermeister beschnüffelt heimlich, auf welcher Seite ein Spieler steht (Katze oder Ratte). Jeder Spieler kann nur einmal beschnüffelt werden. Über das Ergebnis darf gelogen werden.
- In den Stapel spähen: der Bürgermeister sieht sich heimlich die obersten 3 Gesetze im Stapel an. Er darf über das Gesehene lügen.
- Blitzwahl: der Bürgermeister bestimmt persönlich den nächsten Bürgermeister. Nach dieser Runde läuft die Rotation normal weiter.
- Rauswurf: der Bürgermeister muss einen Spieler dauerhaft aus der Stadt jagen. Ist es die Ratte, gewinnen die Katzen das Spiel.
Rechte nach Spieleranzahl
Das ist die exakte Rechte-Tabelle, die die App verwendet: Die Zeile ist das gerade unterschriebene Rattengesetz, die Spalte die Spieleranzahl zu Spielbeginn.
| Rattengesetz # | 5–6 Spieler | 7–8 Spieler | 9–10 Spieler |
|---|---|---|---|
| 1. | – | – | Schnüffeln |
| 2. | – | Schnüffeln | Schnüffeln |
| 3. | In den Stapel spähen | Blitzwahl | Blitzwahl |
| 4. | Rauswurf | Rauswurf | Rauswurf |
| 5. | Rauswurf + Veto schaltet frei | Rauswurf + Veto schaltet frei | Rauswurf + Veto schaltet frei |
| 6. | Kein Recht, die Rattenbande gewinnt das Spiel | ||
Veto-Recht und das Katerkonzert
Das Veto-Recht schaltet sich nach 5 unterschriebenen Rattengesetzen frei. Danach darf der Rattenfänger vor dem Unterschreiben ein Veto anfragen. Der Bürgermeister kann zustimmen (beide Gesetze werden zerrissen, die Unruhe steigt um eins) oder ablehnen (der Rattenfänger muss wie gewohnt unterschreiben).
Das Katerkonzert wird durch drei gescheiterte Wahlen in Folge ausgelöst. Das oberste Gesetz wird ohne Beteiligung von Bürgermeister oder Rattenfänger automatisch verabschiedet, und der Unruhe-Zähler wird zurückgesetzt. Rattenknechte blockieren Wahlen bewusst, um das Katerkonzert auszulösen, wenn der Stapel zu ihren Gunsten liegt.
Vier Wege zum Sieg
- Die Katzen gewinnen durch das Verabschieden von 5 Katzengesetzen.
- Die Katzen gewinnen durch den Rauswurf der Ratte per Bürgermeisterrecht.
- Die Rattenbande gewinnt durch das Verabschieden von 6 Rattengesetzen.
- Die Rattenbande gewinnt, wenn die Ratte zum Rattenfänger ernannt wird, sobald bereits 3+ Rattengesetze auf dem Brett liegen.
Wichtige Asymmetrie: Außer bei 5–6 Spielern weiß die Ratte nicht, wer die Rattenknechte sind. Bis 3 Rattengesetze unterschrieben sind, muss die Ratte wie eine Katze spielen: vorsichtig abstimmen, Vertrauen aufbauen, denn wer zu auffällig agiert, wird aus der Stadt gejagt.
Strategie pro Rolle, kurz
Jede Rolle hat ihren eigenen ausführlichen Guide: Katzen-Strategie, Rattenknecht-Strategie und wie man die Dienstratte spielt, oder starte beim Rollen-Hub. Hier ein Absatz pro Rolle:
- Katze: Mustererkennung gewinnt. Wer stimmt bei jeder Nominierung mit Fauch? Wer reicht dir nach einem sauberen Stapel zwei Rattengesetze? Merk dir konkrete Fakten und nutze unterschriebene Gesetze als Argumente.
- Rattenknecht: Bleib in den ersten zwei Runden vernünftig. Schlag mitten in der Partie zu, wenn der Stapel zu deinen Gunsten liegt. Halte als Bürgermeister immer eine glaubwürdige Lüge über das abgelegte Gesetz bereit.
- Die Dienstratte: Bis die Rattengesetze die 3 überschreiten, spielst du exakt wie eine Katze. Danach willst du Rattenfänger werden, aber nenne dich nie als Ratte und vermeide Verdacht um jeden Preis.
Drei Spielmodi
Die Regeln sind in jedem Modus gleich. Du wählst, wie gehostet wird:
- Pass & Play: ein Handy wandert um den Tisch. Ideal für Runden vor Ort mit einem Gerät.
- LAN-Multiplayer: alle im selben WLAN, jeder auf eigenem Gerät. Ideal für Büros und Spieleabende, bei denen alle anwesend sind.
- Online-Multiplayer: Raumcode teilen, von überall spielen. Ideal für Remote-Runden, ohne Account. So richtest du Schritt für Schritt einen Online-Raum ein.
Alle drei Modi unterstützen KI-Bots, die freie Plätze füllen, eine 4er-Runde kann mit einem Bot eine 5-Spieler-Partie spielen.
Streitet ihr noch über einen Sonderfall? Die FAQ klärt häufige Regelfragen: Katerkonzert, Veto-Recht, wer wen kennt, und mehr.
Service Rat: kostenlos auf Android und iOS, ohne Account.